Werke des Bildhauers Hans Kock

1977 wurde mit der Sanierung der Außenfassade des Doms begonnen. 1982 betrat der Kieler Bildhauer Hans Kock zum ersten Mal St. Nikolai.
Bereits 1985 konnte als erste Arbeit von Hans Kock der im vierten Mittelschiffsjoch nahe der Kanzel plazierte, aus gotländischem Kalkstein gehauene Altar eingeweiht werden. In den folgenden Jahren entstanden Taufstein, Lesepult und Kerzenständer, Decken- und Wandleuchter, Geländer in der Vierung und für das Chorpodium unterhalb der Orgelempore im Westen sowie ein großes Fenster im Norden. Für den Haupteingang schuf Hans Kock eine neue Front aus Holz-. und Sicherheitsglas. Am Vorabend der festlichen Wiedereinweihung des Domes schließlich wurde das über drei Meter hohe Kruzifix aus verzinnter Bronze im nördlichen Seitenschiff, zwischen Fenster und Altar, enthüllt. Das Neben. und Miteinander von entmaterialisierter romantischer Religiosität und dem erdverbundenen, in umfangender Geste allem kreatürlichen zugeneigten Menschensohn, wie Hans Kock in dargestellt hat, vermittelt dem gesamten Kirchenraum eine große Spannung.
Somit ergibt sich nun eine ideelle Querschiff-Achse – eine Meditationsachse und bewußt keine architektonische Achse – die, vom südlichen Seitenschiff aus gesehen, den Blick der Betrachter über Altar, Kruzifix und Taufstein zum darüberliegenden Fenster leitet. Dieses nimmt in der zurückhaltenden Farbigkeit die Grünbronzierung des Inventars und formal das von Kock entworfene, auf Altar, Kruzifix und Taufe bereits begegnende Zeichen der Dreieinigkeit auf, um dieses in Raum und Licht hinein aufzulösen.
Aus: Hans Kock. Die Bildhauerarbeiten zum Greifswalder Dom. Verlag Thomas Helms, Schwerin, 1991.

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