Turmeinsturz und Wiederaufbau

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 Kupferstich von der Südseite St. Nikolai-Greifswald mit gotischem Turmhelm aus dem Jahre 1515, gezeichnet von Wörishöfer, gestochen von Ludwig Schmidt 1808, Pommersches Landesmuseum Greifswald
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Die Katastrophe von 1515 wiederholte sich, als in den Nachmittagstunden des 13. Februar 1650 während eines Sturmes die erst 1609 wieder vollendete Turmspitze auf die Kirche stürzte. Diesmal zerschlug sie die Dachwerke und brachte fast alle Gewölbe des Mittelschiffs und viele des südlichen Seitenschiffes zum Einsturz. Nur wenig später brach auch das östliche Giebeldreieck zusammen. Die herabstürzenden Steinmassen und Dachhölzer beschädigten Altar, Kanzel, Gestühle und andere Ausstattungsstücke. Binnen weniger Stunden war aus der größten Kirche Greifswalds eine Ruine geworden.
Der Wiederaufbau ging wahrscheinlich auch deshalb relativ zügig vonstatten, weil St. Nikolai die Kirche des vorpommerschen Generalsuperintendenten war. Kurz nach dem Turmeinsturz rief der Rat die Greifswalder auf, ebenso „wie die gleubige Juden im Alten Testament“, die „bey Aufrichtung des Tempels zu Jerusale(m) vnd zu Stiftung Ihres Gottes Dienstes mit milder handt dazu gebracht vnd gegeben“ hätten, für die Wiederherstellung des Gotteshauses zu spenden.

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 Balken mit Ritzung "1650" vor der Orgel
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Die Greifswalder Bürger und Einwohner, aber auch die schwedische Königin, die benachbarten Städte Stralsund und Anklam sowie verschiedene mit der Region verbundene Adelige spendeten Geld, Bauholz, Mauersteine und Kalk, so dass die Arbeiten schon im März 1650 beginnen konnten. Den Bau leiteten Stralsunder Handwerker, unter ihnen die Maurermeister Christoph Thümmel und Hans Adam sowie der Zimmermeister Carsten Gerdes, der in dieser Zeit völlig nach Greifswald übersiedelte und hier in den folgenden Jahrzehnten das Amt des Stadtzimmermeisters ausübte. Bis Ende 1651 waren die Dächer und Gewölbe des Gotteshauses wiederhergestellt, wahrscheinlich richtete man 1652 die neue Turmspitze auf. Interessanterweise erhielt der Kirchenraum wieder mittelalterlich anzumutende Kreuzrippengewölbe, auch das sicherlich bald nach 1653 neu entstandene östliche Giebeldreieck errichtete man in gotischen Formen.
Genau drei Jahre nach dem Unglück, am 13. Februar 1653, wurde die wiederhergestellte Kirche mit einem festlichen Gottesdienst neu eingeweiht. An ihren Wiederaufbau sollte das von nun an jährlich (bis um 1820) begangene Turmfest erinnern.
Felix Schönrock
Die Greifswalder Bürger und Einwohner, aber auch die schwedische Königin, die benachbarten Städte Stralsund und Anklam sowie verschiedene mit der Region verbundene Adelige spendeten Geld, Bauholz, Mauersteine und Kalk, so dass die Arbeiten schon im März 1650 beginnen konnten. Den Bau leiteten Stralsunder Handwerker, unter ihnen die Maurermeister Christoph Thümmel und Hans Adam sowie der Zimmermeister Carsten Gerdes.
Bis Ende 1651 waren die Dächer und Gewölbe des Gotteshauses wiederhergestellt, wahrscheinlich richtete man 1652 die neue barocke Turmspitze auf. Interessanterweise erhielt der Kirchenraum wieder mittelalterlich anmutende Kreuzrippengewölbe, auch das sicherlich bald nach 1653 neu entstandene östliche Giebeldreieck errichtete man in gotischen Formen.
Felix Schönrock
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