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Die Geschichte der Orgeln in St. Nikolai



Die Orgel 2005

 

Die Greifswalder St. Nikolaikirche wurde bereits kurz nach ihrer Fertigstellung mit einer Orgel ausgestattet. Die erste, am 12. März 1362 urkundlich dokumentierte Orgel, überließ Präpositus Dietrich Lange der Gemeinde. Über dieses Instrument gibt es keine weiteren Angaben. Bereits 1516 wird eine weitere Orgel erwähnt, die vor dem Turm auf einer Empore gestanden haben muss.

 

Im Jahre 1575 wurde dem Rostocker Orgelbauer Fabian Peters der Auftrag erteilt, eine „prächtige“ Orgel mit 1633 Pfeifen, einem großen Werk, 2 Positiven und Pedal, 48 Registern und 3 Manualen zu bauen. Das Werk sollte oben mit vier Engelsfiguren gekrönt werden, die ebenfalls Töne hervorbringen sollten. Das Gehäuse der Orgel wurde als feine Holzintarsienarbeit gestaltet. Fabian Peters stellte diese Orgel 1577 fertig. Die Peters-Orgel steht in der Tradition des Brabanter Orgelbaus. Jedoch häuften sich mit Beginn des 19. Jhs. die Klagen über ihren schlechten Zustand. Deshalb ließ man 1820 durch den namhaften Orgelbauer Carl August Buchholz aus Berlin eine neue frühromantische Orgel mit milder Intonation bauen. Das Gehäuse entwarf Johann Gottlieb Giese. Am 18. Juli 1832 wurde dieses Instrument eingeweiht. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. wurden jedoch aufgrund eines veränderten Klangideals verschiedene klangliche Veränderungen vorgenommen. Im Jahr 1937 gestaltete die Werkstatt Kemper aus Lübeck das Instrument im Sinne der Orgelbewegung erneut um. Die vielen Eingriffe führten schließlich zu Unzuverlässigkeit und Störanfälligkeit. Die größte Veränderung erfuhr die Orgel, eine der wenigen bis dahin noch erhaltenen großen frühromantischen Orgeln in Deutschland, im Jahr 1988 durch den Neubau eines modernen Instruments der Firma Jehmlich aus Dresden. Die Windladen dieses Instruments sind als Schleifladen angelegt, die Spiel- und Registertraktur ist mechanisch. Neben dem historischen Gehäuse wurden einige Register aus der alten Orgel übernommen, einige nach Buchholz rekonstruiert. Insgesamt verfügt sie nun über 51 klingende Register, verteilt auf 3 Manuale und Pedal.

Die Jehmlich-Orgel ist in ihrer Gesamtgestalt in die große Reihe universeller Instrumente einzureihen, die im 20. Jh. gebaut wurden.

Markus T. Funck


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