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Blick nach Westen - vor 1989

Die Baumaßnahmen und Umgestaltungen des Domes vor 1989



Blick nach Westen - heutiger Zustand

Seit den 1970er Jahren waren nicht nur restauratorische Maßnahmen zur Erhaltung der Kirche dringend notwendig geworden. Für eine inzwischen kleiner gewordene Gemeinde galt es einen vertrauten Raum für Gottesdienste in einem inzwischen monumental wirkenden Gotteshaus zu schaffen, das Aufgaben einer Gemeinde- und Pfarrkirche zu bewältigen hatte und Predigtstätte des Bischofs der Pommerschen Landeskirche geworden war. Wachsender Touristenverkehr und vielfältige Nutzungen als Konzertkirche und Veranstaltungsort galt es mit zu berücksichtigen.




Gekreuzigter, Detail, Hans Kock, 1989

Die Planung der Restaurierungen und Neugestaltung wurde dem Hamburger Architekten Friedhelm Grundmann übertragen. Sein Konzept berücksichtigte das Bewahren kunsthistorisch bedeutsamer Teile und das Neugestalten für den modernen liturgischen Gebrauch. Im Mittelschiff erfolgte eine umfassende Restaurierung der Fassung von Giese aus dem 19. Jh. Durch den Einbau eines Musikpodiums für 150 Musiker unter der Orgelempore wurde die ursprüngliche Eingangssituation maßgeblich verändert. Ein zweites liturgisches Zentrum in der Mitte des 4. Joches mit neuem Altar, Lesepult und Kruzifix entstand in genügend Distanz zum Hauptaltar, bewirkte aber eine weitere Aufhebung der Längsachsenwirkung von West nach Ost. Im Chorumgang und den östlichen Kapellen sowie an barocken Schauwänden der Seitenschiffe wurden qualitätsvolle Malereien freigelegt, die in Respekt vor dem historisch gewachsenen Kirchenraum sichtbar belassen sind.

 

Der Kieler Bildhauer Hans Kock übernahm die künstlerische Gestaltung der Ausstattungsstücke des neuen liturgischen Zentrums. Inspiriert vom Croy-Teppich der Universität Greifswald sind Kanzel und Kreuz in unmittelbare Nähe gerückt, verbinden sich Alt und Neu.




Neuer Altar, Hans Kock, 1989

Neben der historischen Kanzel mit ihrem filigranen Schalldeckel steht überlebensgroß ein Kreuz mit jugendlich wirkendem Christus. Ein Arkadenbogen führt hin zum Lesepult und gibt den Blick frei auf ein von Kock gestaltetes Glasfenster in der Taufkapelle. Im Mittelpunkt des neuen liturgischen Bereichs steht ein kompakter Block aus gotländischem Kalkstein. Die Bildreliefs des quadratischen Altars reflektieren das Thema der Schöpfung.




Blick vom neugestalteten Musikpodest nach Osten

Das alte Gestühl von Christian Friedrich wurde gekürzt und zur flexiblen Nutzung um das entstandene Zentrum gruppiert. So wie in dem neuen liturgischen Mittelpunkt Gegenwart und Historie nebeneinander stehen und sich durchdringen, sind sie auch Ausdruck einer Jahrhunderte gewachsenen und sich wandelnden Kirche.

Birgit Dahlenburg

 

 

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