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Dorfkirchen in Not

Mecklenburg-Vorpommern: Dorfkirchen in Not

Eine Ausstellung des Vereins "DORFKIRCHEN IN NOT" IN MECKLENBURG UND IN VORPOMMERN

Ausstellungseröffnung am 9. September um 11.30 Uhr im Dom St. Nikolai Greifswald

 

Mecklenburg-Vorpommern, das weite Land südlich der Ostsee, verfügt über einen bedeutenden Schatz an sakralen Baudenkmalen. Neben den mächtigen Domen und Pfarrkirchen der Backsteingotik in den Hansestädten sind das die etwa 1000 Kirchen auf dem Lande. In ihrer schlichten Schönheit sind sie zu unverwechselbaren Zeichen dieser Kulturlandschaft geworden. Die Kirche, oft das älteste und einzige Baudenkmal am Ort, war über Jahrhunderte geistiges und soziales Zentrum zugleich. Die Mehrzahl der erhaltenen Dorfkirchen wurde im Stil der späten Romanik und der Gotik, vom 13. bis 15. Jahrhundert aus Feld- und Backstein errichtet, viele auch nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges in Fachwerk ergänzt oder neu aufgeführt. Einer Rückbesinnung auf das Mittelalter verdanken wir Um- und Neubauten des 19. Jahrhunderts in neogotischen Bauformen. Im Innern finden wir neben mittelalterlichen Schnitzaltären barocke Einbauten, insbesondere Emporen und Kanzeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert, nicht selten auch Ausstattungen des 19. Jahrhunderts. So sind die Kirchen und Kapellen in den Dörfern Zeugen einer bewegten Siedlungs-, Kultur- und Kirchengeschichte.

Dieses kulturelle Erbe ist in Gefahr. Mehr als ein Viertel der Kirchengebäude ist substantiell gefährdet, droht unwiederbringlich verloren zu gehen.

Die letzte durchgreifende Instandsetzung liegt oft über hundert Jahre zurück; über Jahrzehnte hat sich ein immenser Nachholbedarf aufgebaut. Zwar ist nicht zu übersehen, dass viele Gemeinden in der DDR mit Engagement und Opferbereitschaft, allen Widrigkeiten zum Tortz, ihre Sakralbauten bewahrt und genutzt haben. Auch gibt es ermutigende Erfolge bei der Rettung oder zumindest der Notsicherung von Dorfkirchen in den vergangenen zwölf Jahren. Andererseits ist vielerort eine zunehmende Verschlechterung des Bauzustands bis hin zu einer Bedrohung durch Teileinsturz festzustellen. Akuter Handlungsbedarf besteht bei mindestens 400 Dorfkirchen. Mannigfaltige Anstrengungen staatlicher Stellen und der evangelischen Landeskirchen haben bisher nicht verhindern können, dass sich der Verfall von Dorfkirchen rascher vollzieht als ihre Rettung. Umso bedeutsamer ist es, dass eine wachsende Zahl von Privatpersonen, Stiftungen und Firmen durch großzügige Spenden zur Erhaltung der Kirchengebäude beitragen. Sie setzen damit auch Zeichen praktizierter Solidarität.

Der Verein 'Dorfkirchen in Not' möchte in diesem Sinne die Gemeinden bei der Grundsicherung und Erhaltung ihrer Kirchen unterstützen.

Vom gesteckten Ziel "Keine Dorfkirche darf untergehen!" sind wir nocht weit entfernt.

(Text des Vereins "Dorfkirchen in Not")



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